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Aneurysmen

Minimalinvasive vaskuläre Neurochirurgie – endoskopische Operationen bei Aneurysmen der Hirngefäße

Was sind Aneurysmen?

Aneurysmen sind ballonartige Erweiterungen an den Hirnbasisarterien. Die Häufigkeit von Aneurysmen in der Bevölkerung beträgt circa 2 %, wobei ein Teil der Patienten (20-25 %) multiple Aneurysmen hat. In aller Regel handelt es sich um eine erworbene Erkrankung, das heißt die Aneurysmen sind im Laufe des Lebens neu entstanden. In der Aneurysmawand findet man oft Ausdünnungen. Diese können weiter wachsen und führen dann zu einer Ruptur des Aneurysmas verbunden mit einer lebensgefährlichen Blutung in den Subarachnoidalraum oder die Hirnsubstanz. Aneurysmatische Hirnblutungen stellen eine häufige Ursache für einen Hirnschlag (blutiger Schlaganfall) dar.

Wie gehen wir bei Aneurysmen vor?

Unsere Klinik ist spezialisiert auf die minimalinvasive Behandlung von Hirngefäßaneurysmen. Für Patienten mit zufällig gefundenen, sogenannten inzidentellen Aneurysmen sowie auch familiären Aneurysmen bieten wir eine ausführliche Beratung im Rahmen unserer Sprechstunde an. Die Beratung findet immer auf Grundlage einer interdisziplinären Begutachtung jedes einzelnen Patienten in der neurovaskulären Konferenz statt. Nicht jedes Aneurysma muss bei Diagnosestellung auch gleich behandelt werden. Die Indikation zur Behandlung ergibt sich nach Sichtung verschiedenster Parameter und erfolgt im Einklang mit dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand.

Wie werden Hirnaneurysmen behandelt? Clipping oder Coiling?

Wenn die Indikation für die Behandlung eines Aneurysmas gestellt ist, kommen prinzipiell zwei Möglichkeiten der Ausschaltung in Betracht: die Ausschaltung mittels einem oder mehreren Titanclips, die von außen auf das Aneurysma gesetzt werden oder das endovaskuläre Coiling, bei dem das Aneurysma von innen her mittels Platinspiralen ausgestopft wird. Mit welchem Verfahren das Aneurysma ausgeschaltet wird, hängt vor allem von seiner Form und zum Teil auch der Größe ab. Das endovaskuläre Coiling und das mikrochirurgische Clipping stellen keine konkurrierenden, sondern sich ergänzende Behandlungsmöglichkeiten dar. Typische sackförmige Aneurysmen, wie sie im Großteil der Fälle vorkommen, eigenen sich sowohl für die Operation als auch das Coiling. Bei jüngeren Patienten bevorzugt man in diesem Falle oft die Operation, weil sie danach quasi als geheilt gelten. Nachbeobachtungen sind im Normalfall nicht notwendig. Patienten mit gecoilten Aneurysmen müssen normalerweise nachbeobachtet und in einigen Fällen auch nachbehandelt werden.

Komplexere Aneurysmen, welche sich nur schwer mittels Coils behandeln lassen, können im vorderen Kreislauf oftmals mittels Operation behandelt werden, da durch die OP das Gefäß zumeist sehr gut rekonstruiert werden kann. Im hinteren Kreislauf kommen endovaskuläre Verfahren wie Flow-Diverter-Stents oder auch kombinierte Eingriffe zum Einsatz.

Clipping
 
Coiling