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RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt | 19.10.2026

Rhöner Notfallsymposium 2026: Gemeinsam die Notfallversorgung weiterdenken

Schnelle Entscheidungen, klare Abläufe und eine abgestimmte Versorgung sind in der Notfallmedizin entscheidend. Wie sich diese Anforderungen im Zusammenspiel von Rettungsdienst und Klinik bewältigen lassen, stand im Mittelpunkt des Rhöner Notfallsymposiums 2026. Unter dem Leitthema „Entscheidungsfindung in der Notfallmedizin“ begrüßten der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mehr als 150 Teilnehmende. Das Programm umfasste praxisnahe Einblicke in die präklinische und klinische Notfallversorgung – von der Reanimation über komplexe Einsatzlagen bis hin zur Versorgung schwerverletzter Patienten.

Präklinik und Klinik im Zusammenspiel

Im Notfall müssen Rettungsdienst und Klinik schnell handeln und ihre Maßnahmen eng aufeinander abstimmen. Das Symposium bot Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Abläufe zu reflektieren und die Zusammenarbeit an den Schnittstellen der Notfallversorgung zu stärken.Die beiden verantwortlichen Chefärzte des Symposiums, Dr. Hassan Soda, (Klinik für Akutneurologie/Stroke Unit und neurologische Intensivmedizin) und Dr. Michael Schneider (Zentrale Notaufnahme – Klinische Akut- und Notfallmedizin), eröffneten die Veranstaltung und führten die Teilnehmenden in das abwechslungsreiche Programm der Veranstaltung ein.

„Eine gute Notfallversorgung gelingt nur gemeinsam. Wenn Rettungsdienst und Klinik eng zusammenarbeiten und ihre Erfahrungen teilen, profitieren davon vor allem die Patienten. Genau diesen Austausch möchten wir mit dem Symposium fördern“, erklärte Dr. Hassan Soda.

Dr. Michael Schneider betonte die Bedeutung beider Perspektiven: „Die schnelle Entscheidungsfindung ist ein zentraler Bestandteil der Notfallmedizin und stellt uns sowohl im Rettungsdienst als auch in der Klinik vor Herausforderungen mit großer Verantwortung. Mit dem diesjährigen Rhöner-Notfallsympoium möchten wir diese Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, Erfahrungen austauschen und das gegenseitige Verständnis zwischen den beteiligten Berufsgruppen stärken.“

Auch Ralf Baumeister, Kreisgeschäftsführer des BRK Kreisverbands Rhön-Grabfeld, und Michael Werner, Erster Bürgermeister der Stadt Bad Neustadt an der Saale, würdigten die enge Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Klinik. Sie hoben deren Bedeutung für eine verlässliche Notfallversorgung in der Region hervor. 

Zusammenarbeit und neue Ansätze in der Notfallversorgung

Wie wichtig die Abstimmung zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus bei komplexen Einsatzlagen ist, verdeutlichte Georg Hein, Notfallsanitäter und Wachleiter beim BRK Kreisverband Rhön-Grabfeld. Er beleuchtete das Zusammenspiel von Sanitätseinsatzleitung und Klinikeinsatzleitung am Beispiel einer großangelegten Katastrophenschutzübung im Juli 2026 in Bad Neustadt. Dabei wurde der Fund einer rund 500 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bei Herschfeld simuliert. Von einer möglichen Evakuierung wären neben rund 730 Bürgerinnen und Bürgern auch mehr als 500 Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende des RHÖN-KLINIKUM Campus betroffen gewesen. Im Rahmen der Übung trainierten die örtliche Sanitätseinsatzleitung (SanEL) und die Klinikeinsatzleitung (KEL) insbesondere die Kommunikationswege und die Koordination notwendiger Maßnahmen.

Neben der Zusammenarbeit bei komplexen Einsatzlagen standen auch neue Ansätze für die Notfallversorgung im Fokus. Marcel Thein, Leitstellenleiter der Integrierten Leitstelle Schweinfurt beim Bayerischen Roten Kreuz, stellte unter anderem die App „Region der Lebensretter“ vor. Sie ermöglicht es, registrierte Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls zu alarmieren, damit diese bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen können. Einblicke in die praktische Arbeit des Rettungsdienstes bot zudem eine Vorführung der BRK-Motorradstaffel Rhön-Grabfeld. 

Praxisnahe Vorträge aus Klinik und Rettungsdienst

Das abwechslungsreiche Programm umfasste zwei Fachsessions und beleuchtete klinische Herausforderungen in der Zentralen Notaufnahme, die Koordination komplexer Einsatzlagen sowie die Reanimation und Versorgung schwerverletzter Patienten. Die erste Session moderierten Dr. Stefan Reisch, MHBA, kommissarischer Leiter der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, und Dr. Hassan Soda. Die zweite Session begleiteten Harald Erhard, Bezirksgeschäftsführer und Beauftragter der Bergwacht Unterfranken des Bayerischen Roten Kreuzes, sowie Dr. Martin Kraus, Ärztlicher Bezirksbeauftragter Rettungsdienst im Rettungsdienstbezirk Unterfranken.

Dr. Nathalie Köhler, Oberärztin der Zentralen Notaufnahme am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, eröffnete die Vortragsreihe mit „Das D-Problem in der ZNA“. Der Vortrag beleuchtete die Herausforderungen bei der Beurteilung des neurologischen Zustands von Notfallpatienten. Christian Imhof, Notfallsanitäter und Wachleiter beim BRK Kreisverband Aschaffenburg, widmete sich unter dem Titel „Läuse und Flöhe?“ der Herausforderung, bei mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen oder Beschwerden die entscheidende Ursache zu erkennen. Chefarzt Dr. Michael Schneider erläuterte, welche Faktoren bei der Entscheidung über den Beginn und die Beendigung einer Reanimation ausschlaggebend sind. Fabian Kaim, Notfallsanitäter und Praxisanleiter beim BRK Kreisverband Bad Kissingen, stellte die präklinische Versorgung eines schwer brandverletzten Kindes in den Mittelpunkt. Den Abschluss bildete der Beitrag „Lessons learned? Wir Rettungsdiensthelden ... wir Klinikhelden ...“ von Dr. Georg Kochinki, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Schweinfurt beim Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung.

Gemeinsam die Notfallversorgung weiterentwickeln

Das Rhöner Notfallsymposium bestätigte einmal mehr die Bedeutung der engen Verzahnung von präklinischer und klinischer Notfallmedizin. Die Vorträge und das anschließende Gespräch zeigten, wie vielfältig die Anforderungen an die moderne Notfallversorgung sind und wie wichtig klare Abläufe, fundiertes Fachwissen und ein gemeinsames Verständnis der beteiligten Berufsgruppen sind. Mit der gemeinsamen Veranstaltung setzen der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt und das Bayerische Rote Kreuz ein Zeichen für den kontinuierlichen fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung der regionalen Notfallversorgung. 

 

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